Leben im Hospiz

Ihr „Zuhause auf Zeit“ richtete sich das Ehepaar mit dem ein, was sie brauchten: die Betten direkt nebeneinander, Kühlschrank, Mikrowelle … Sie wollten das Leben bis zuletzt auskosten und ihm abgewinnen, was ihnen wichtig war. Herr Wache war ein genussvoller Mensch, der gutes Essen in Gesellschaft sehr schätzte. Damit brachte er auch viel Leben in die gemeinsam genutzte Hospizküche. Kommunikativ und anregend bezog er andere Gäste und das Team in seine Themen ein. Es zeichnete ihn aus, dass er geduldig war, es nicht eilig hatte und immer sehr viel Wertschätzung ausdrückte für das, was er bekam. Mit seiner Lebensfreude steckte er andere Hospizgäste an.

Er schätzte das Hospiz als einen Ort, wo er mit sich und seiner Art zu leben angenommen war. Ein Ort, wo er der Angst vor dem Übergang zum Tod begegnen konnte. Im Hospiz entwickelte er Vertrauen, so dass er seine Ängste in Worte fassen konnte: „Ich weiß nicht, wie Sterben geht, helft mir. Für das, was jetzt kommt, brauche ich neben meinem Glauben auch euch.“ Die feinstofflichen Behandlungen halfen ihm, sich in die seelische Dimension auszudehnen. Er begann loszulassen. Schließlich waren es nur ein paar Tage und Nächte, die er ausschließlich im Bett verbringen und nicht mehr aufstehen konnte. Dann starb er friedlich - seine Frau war bei ihm.


 

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